Interview mit Fotograf Sven Jacobsen

TIME IS LUXURY – Entspannung, Entschleunigung, Zeit für sich, Natur, Weniger – aber von allem nur das Beste – dieses Trendthema unserer Gesellschaft spiegelt sich in der Kampagne, der Shootinglocation  als auch in der Kollektion Herbst/Winter 2017 von HANRO wider. Für die Shooting-Inszenierung galt es, eine ganz besondere Fotografenpersönlichkeit und eine passende Location zu finden, die in Einklang mit der Haltung der Marke und der Kollektionsaussage Herbst/Winter 2017 von HANRO stehen.  Unsere Wahl fiel auf Sven Jacobsen, bekannt für seinen emotionalen, authentischen und klassischen Fotografie-Stil und Island, die legendäre Insel mit ihrer weiten, unberührten und atemberaubenden Natur.

„Sven’s Bilder berühren. Sie treffen direkt ins Herz und sind extrem pur, leise, gefühlvoll, klar, einfach echt – ohne Bling-Bling und überladenes Styling. Genau dieser Stil  passt zu HANRO und der Trendkollektion TIME IS LUXURY  von Herbst/Winter 2017 “ erklärte Stephan Hohmann, Geschäftsführer von HANRO bei der Kollektionsvorstellung.

  1. Was hast du zuletzt zum ersten Mal gemacht? 
    Jedes Bild mache ich zum ersten und einzigen Mal.

  2. Was würdest du als deinen Markenkern / deinen Stil bezeichnen? Was macht deine Bilder aus?
    Meine Bilder sind authentisch, ehrlich, emotional und einfach. Sie brauchen wenig Technik, keine Perfektion, sprechen für sich und sind aufs Wesentliche reduziert.

  3. Gibt es ein Erfolgsrezept für emotionale Bilder? 
    Ich glaube ja. Wenn man die Fotografie als Ausdruck der eigenen Emotionen und Stimmungen versteht..  ähnlich wie in der Musik, der Malerei oder der Lyrik. Ich bin je nach Stimmung für ganz bestimmte Situationen empfänglich und greife diese dann auf.

  4. Deine größten Flops (Bilder, die nicht genommen wurden) und deine größten Tops? Hast du ein Lieblingsfoto?
    Die  größten Flops sind meist Bilder aus der Werbung, die aus verschiedensten Bildelementen zusammengebaut werden, ohne dass es eigentlich notwendig wäre. Hier wird meist der Fokus auf Perfektion in jedem Detail, auf Technik , Licht, Produkt gelegt. Die emotionale Wirkung  der Bilder wird oft vollkommen kaputt gebastelt. Eines meiner Lieblingsbilder ist von meinem Sohn Lui. Natürlich ist es sehr persönlich. 

  5. Wer ist dein Vorbild/Idol – früher oder heute? Wen findest du toll? 
    Ich habe keine Vorbilder aber ich finde einige Fotografen sehr toll:
    Richard Avedon
    Diane Arbus
    Roger Ballen
    Mary Ellen Mark
    James Nachtwey
    Jürgen Teller
    Wolfgang Tilmans

    Die Bilder dieser Künstler sind so eigen und herrlich kompromisslos.
    Sie sind roh, emotional und ehrlich.. manchmal warm, manchmal etwas nüchterner, aber das ist egal. Sie ergreifen mich einfach.

  6. Wie bist du zur Fotografie gekommen? Erinnerst du dich an dein erstes Erlebnis mit Fotografie?
    Ja, ich habe mit etwa 14 Jahren angefangen, schwarz-weiß Bilder von meinen Freunden zu machen und habe sie im Kellerlabor entwickelt. 

  7. Was machst du in 10 Jahren? Wünsche? Vorsätze? 
    Meine Gedanken in die Zukunft gehen maximal 5 Jahre voraus.
    Mein Wunsch ist, dass mich die Fotografie weiterhin glücklich macht und befriedigt.
    Der einzige Vorsatz, den ich habe, ist mir selber treu zu bleiben und nur wirklich das zu tun, was mir auch gefällt.

  8. Hat sich die Rolle der Fotografie in den letzten Jahren verändert?
    Ja sehr. Mit der Digitalfotografie und den sozialen Medien wurde die Welt langsam von Bildern überschwemmt. Die Fotografie an sich wurde mit den Smartphones zunehmend beliebiger und zu einem Massenmedium. Das Einzelbild verliert leider immer weiter an Wert, denn das Sehen der Menschen verändert sich wenn sie einer solchen Reizüberflutung ausgesetzt sind. Wirklich gute und hochwertige Fotografie bleibt hiervon allerdings unberührt. Sie entsteht anders: meist mit Bedacht, Erfahrung, Vision und Gefühl.

  9. Wen würdest du gerne mal fotografieren? Celebrity – wen und warum?
    Die Queen, die Rolling Stones, den Dalai Lama... Es gibt so viele interessante Persönlichkeiten.

  10. Wie gehst du mit Druck bei Shootings um?
    Ich versuche, keinerlei Druck an mich heranzulassen, mich zu entspannen und mich auf die Arbeit zu konzentrieren.

  11. Was ist bei Lingerie-Shootings anders als bei Lifestyle oder Modefotografie?
    Es ist natürlich alles viel persönlicher und sensibler, weil die Modelle einfach weniger anhaben und manchmal fast nackt sind. Ich arbeite ruhiger, mit noch mehr Bedacht und Sensibilität für die Personen, die ich fotografiere. Im Idealfall arbeite ich mit einem sehr kleinen Team, in dem alle Beteiligten Erfahrung und Feingefühl mit Lingerie haben.

  12. Baust du eine Beziehung zu den Models beim Shooting auf? Verliebst du dich? Was steht für dich im Vordergrund?
    Ja ich baue eine Beziehung auf. Je enger oder näher diese ist, umso leichter und schneller komme ich zu guten Bildern. Diese Beziehung dient jedoch einzig und allein der Zusammenarbeit und dem Ergebnis. Ich habe mich noch nie in ein Modell verliebt, natürlich finde ich als optischer Mensch viele Dinge sehr ansprechend, aber das ist nie persönlich. Ich nutze diese Emotionen ausschließlich für ein gutes Bild.

  13. Was hat dich an Island fasziniert? Was war unique und besonders?
    Die mächtige Landschaft, die Weite, die Ruhe, die teilweise unwirklichen Moos-und Lavalandschaften und die Leere...also in einem Wort die Natur

  14. Was war die Herausforderung des Shootings? Was das tollste Shooting-Erlebnis?
    Eine große Herausforderung war, die Modelle bei der eisigen Kälte, schnell und auf den Punkt zu fotografieren. Man hat in diesem Klima keine Zeit, herum zu probieren..alles muss perfekt und schnell ineinandergreifen  und man muss ganz genau wissen, was man tut. Es war Wahnsinn, zu sehen, wie zäh und eisern das weibliche Modell dies alles mitgemacht hat, wie überaus professionell sie war. Sie lag fast nackt minutenlang auf dem eiskalten Moos während das Team in dicken Daunenjacken um sie herumstand und fror. Es war sehr schön, morgens im Dunkeln langsam in den Tag hineinzufahren und Landschaften zu beobachten.

  15. Thema Time is luxury: wie entschleunigst du am besten?
    In dem ich versuche, im „jetzt“ zu bleiben und jeden Moment klar zu spüren und zu genießen.




Behind the scenes Fotostory

In der folgenden Bildgalerie geben wir Ihnen ein paar Einblicke hinter die Kulissen unseres Shootings auf Island. Tauchen Sie ein in die einzigartige Fotokulisse und fühlen Sie die Entschleunigung für ein paar Augenblicke…

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